„Ätzend, giftig, brennbar – aber sicher!“ – Ein Bericht unseres Gefahrstoffbeauftragten

Seit Beginn dieses Sommersemesters bin ich Gefahrstoffbeauftragter der Sabine Blindow-Schulen. Um die Aufgaben zu beschreiben, muss man erst einmal die Frage klären, was Gefahrstoffe sind.

Man kann sagen, dass es Chemikalien und Stoffgemische sind, die ein Gefährdungspotenzial für Menschen, Tiere und die Umwelt besitzen. Solche Stoffe sind zum Beispiel giftig, krebserregend, explosiv, leicht entzündlich und umweltgefährdend – um nur einige der Gefährdungen zu benennen.

Die Aufgaben eines Gefahrstoffbeauftragten liegen darin, die im Betrieb genutzten Gefahrstoffe zu erfassen und zu beurteilen. Dabei sind Aspekte, welche den Umgang, die Lagerung und die Entsorgung in Betracht ziehen, zu beachten. Dementsprechend sind Anleitungen für den Umgang mit den Stoffen zu erstellen. Dafür kann ich auf Listen und Handlungsanweisungen zurückgreifen, die Dr. Olaf Schönekäs bereits erstellt hatte. Auf dieser Basis erfolgt ein Abgleich mit den aktuellen Beständen.

Alle Lehrkräfte, die praktischen Unterricht erteilen, sind aufgrund ihres Studiums der Biologie, Chemie und Pharmazie oder einer entsprechenden Laborausbildung im Umgang mit Gefahrstoffen geschult. Weitere interne Mitarbeiter und Personal externer Firmen (wie Haustechnik, Reinigung, Handwerker), die im Umgang mit Chemikalien nicht kundig sind, müssen durch den  Gefahrstoffbeauftragten eingewiesen werden, wenn sie in entsprechenden Umgebungen arbeiten.

In den Ausbildungen mit Schwerpunkt auf Labortätigkeiten unterrichten wir unsere Schülerinnen und Schüler theoretisch und praktisch im Umgang mit problematischen Stoffen. Eine Auflistung aller Substanzen und der entsprechenden Verhaltungsanweisungen würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Aber ein paar Beispiele: Generell müssen im Labor Schutzbrillen getragen werden. Beim
Umgang mit ätzenden Stoffen sind Schutzhandschuhe zu tragen. Wenn Stoffe ätzende, giftige oder reizende Dämpfe erzeugen oder Stäube mit solchen Eigenschaften freisetzen, werden diese in Schränken mit Entlüftung aufbewahrt. Der Umgang mit solchen Chemikalien findet stets unter den vorhandenen Abzügen statt.
Dr. Michael Kandel